Tränen aus Eis

Langsam tropfen sie in den Schnee. Meine Tränen aus Eis. Wie kleine Bäche bahnen sie sich den Weg durch mein Gesicht. Die Tränen sind so kalt wie er. Sie spiegeln meine Trauer, meine unendliche Trauer. Doch ich bin machtlos. Wie jedes Mal wenn ich einen Blick auf ihn erhasche. Dort steht er. An der Bushaltestelle. Und er sieht mich nicht. Er läßt seinen Blick durch die trostlose Gegend wandern. Nirgends hält sein Blick, nichts ist ihm einen zweiten Blick wert. Instinktiv ducke ich mich weiter in den Schatten zurück. Aber er wird mich nicht bemerken. Auch ich bin ihm keinen zweiten Blick wert. Was mache ich hier bloß? Es ist doch sonderbar, welches Verhalten ich zeige. Wegen jemanden, dem ich nichts bedeute. Ach könnte ich doch neu starten, ihm eine andere Seite meines Charakters zeigen. Doch ich bin ich. Diese Erkenntnis ist mir nicht neu. Immer wieder stosse ich an meine Grenzen. Ich bin nicht genug für ihn, er braucht mich nicht. Ich ziehe mich weiter in den Schatten zurück. Weiter in den Schattten. Weiter und weiter. Ich gehe. Meine Hoffnung verlässt mich jeden Schritt etwas mehr.

23.11.16 19:51, kommentieren

Gefühlswelt

Schmerz. Schmerz, so viel Schmerz. Meine Sicht ist benebelt, geblendet von den schrillen Farben. Eigentlich sehe ich alles und doch nichts. Nur ihn. Ihn mit diesem gefühlskalten Blick. Es tut so weh, ihn so zu sehen. Es tut weh wie er mich ansieht. Fühlt er denn nichts? Aber ich fühle. Mehr denn je. Ich höre ihn reden. Merke wie seine Stimme mein Herz berührt. Soll ich schreien oder weinen. Nein. Ich bleibe stumm. Zu verletzlich werde ich wenn ich ihm meine Gefühlswelt darlege. Langsam vergehende Sekunden erfüllt mit seiner Stimme quälen und erfreuen mich gleichzeitig. Jeder bekommt das, was er verdient. Doch verdiene ich ihn nicht? Verdiene ich es nicht glücklich zu sein? Seine Blicke erdrücken mich, erstechen mich, bringen mich um den Verstand. Tränen laufen mein Herz herunter. Es weint. Um ihn. Um mich. Doch nicht um uns. Es wird nie ein Uns geben. Diese Erkenntnis trifft mich mit jedem seiner Worte mehr. Er fühlt nichts. Er ist kalt und seine Miene hart. Es ist zu viel für mich. Mein Magen rebelliert, meine Stimme wird erstickt und mein Herz zerbirst. Ich weiss, dass er mir beim Zerbrechen zuschaut. Er hat den Platz in der ersten Reihe in meinem eigens kreirten Drama. Den besten Platz, den ersten. Den ersten in meinem Herzen. Zusammengesackt verlasse ich diese Szene.

16.11.16 17:04, kommentieren